Nahverkehr im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: Antworten zu Rufbus, Nutzung und Finanzierung
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat eine Anfrage zum Nahverkehrsplan, zum Rufbussystem sowie zu Investitionen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beantwortet.
Demnach werden aktuell alle Haltestellen des Regionalverkehrs bedient, jedoch nicht sämtliche Ortsteile direkt angebunden. Eine vollständige Übersicht über nicht angebundene Ortsteile liegt derzeit nicht vor.
Zum Rufbussystem (ILSE) teilt der Landkreis mit, dass dieses im eigenen Kreisgebiet flächendeckend verfügbar ist, während dies im Nachbarkreis Vorpommern-Greifswald noch nicht vollständig der Fall ist. Vergleichbare Nutzungsdaten zwischen den Landkreisen liegen daher nicht vor.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 28.516 Anmeldungen für den Rufbus registriert, davon rund 50,6 Prozent digital und 49,4 Prozent telefonisch. Für den Betrieb sind etwa 26 Fahrer im Einsatz, zusätzlich zu Personal bei Subunternehmen.
Der aktuelle Nahverkehrsplan gilt für den Zeitraum 2021 bis 2026 und wird kontinuierlich im Rahmen eines ÖPNV-Beirats begleitet. Eine regelmäßige Evaluation erfolgt im Rahmen der Sitzungen dieses Gremiums, zuletzt im Januar 2026.
Zur Nutzung des ÖPNV wird festgestellt, dass durch die Einführung des Deutschlandtickets sowie weiterer vergünstigter Tickets die Fahrgastzahlen gestiegen sind, gleichzeitig jedoch geringere Einnahmen verzeichnet werden.
Eine spezifische Analyse zu Hindernissen bei der Nutzung des ÖPNV im Landkreis liegt derzeit nicht vor. Ebenso wird festgestellt, dass der ÖPNV in der Regel nicht kostendeckend betrieben werden kann und auf Zuschüsse angewiesen ist.
Die Einnahmen aus dem Rufbussystem decken aktuell weniger als zwei Prozent der Kosten. Ein Ausbau des Angebots würde voraussichtlich zusätzliche finanzielle Belastungen mit sich bringen, die nicht allein durch Fahrgeldeinnahmen kompensiert werden können.
Zur Finanzierung des ÖPNV verweist der Landkreis auf ein System aus Fahrgeldeinnahmen und öffentlichen Zuschüssen. Wichtige Ausgabenbereiche im Haushalt sind unter anderem Schülerbeförderung, Bauunterhalt, Betriebskosten sowie soziale Leistungen.
Die Fortschreibung des Nahverkehrsplans erfolgt unter Einbindung eines ÖPNV-Beirats sowie verschiedener Akteure. Zudem ist eine erneute Bürgerbefragung zum ÖPNV im Jahr 2026 vorgesehen.
