Anfragen

Kinder und Jugendliche brauchen Sicherheit statt jährlicher Zitterpartien

Die BSW-Fraktion im Kreistag Mecklenburgische Seenplatte sieht sich durch die Antworten des Landrates auf ihre Anfrage zur Zukunft der Jugend-, Jugendsozial- und Schulsozialarbeit in ihrer Kritik bestätigt. Der Landkreis erkennt selbst an, dass diese Angebote unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur sind, eine dauerhafte und bedarfsgerechte Finanzierung jedoch weiterhin nicht gesichert ist.

Im Landkreis leben mehr als 44.000 junge Menschen. Ihnen stehen derzeit lediglich 26 Stellen in der Jugendsozialarbeit und 58 Stellen in der Schulsozialarbeit gegenüber, von denen zudem mehrere unbesetzt sind. Gleichzeitig räumt die Verwaltung ein, dass das Budget des Europäischen Sozialfonds nicht ausreicht und die freien Träger trotz steigender Kosten weiterhin von jährlichen Förderentscheidungen abhängig bleiben.

„Wer jedes Jahr um die Finanzierung kämpfen muss, kann keine langfristigen Beziehungen zu Kindern und Jugendlichen aufbauen und keine Fachkräfte dauerhaft im Landkreis halten. Soziale Infrastruktur braucht Verlässlichkeit und keine Projektlogik“, erklärt die BSW-Fraktion.

Zwar beabsichtigt der Landkreis, die bestehenden Stellen auch im Jahr 2027 fortzuführen, eine verbindliche Finanzierungsgarantie gibt es jedoch nicht. Die BSW-Fraktion fordert deshalb ein gemeinsames Handeln von Landkreis und Land Mecklenburg-Vorpommern.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht fordert:

  • eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung der Jugend-, Jugendsozial- und Schulsozialarbeit,
  • die Abkehr von kurzfristigen Projektförderungen,
  • die Schaffung langfristiger und sicherer Beschäftigungsverhältnisse für Fachkräfte,
  • einen breiten Dialog mit freien Trägern, Schulen, Eltern- und Schülervertretungen sowie den Kreistagsfraktionen.

„Jeder Euro, der heute in Prävention, Beratung und soziale Begleitung investiert wird, verhindert später deutlich höhere gesellschaftliche und finanzielle Folgekosten. Kinder und Jugendliche dürfen nicht zum Spielball unsicherer Förderprogramme werden“, so die BSW-Fraktion.

Die BSW-Fraktion wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Jugend- und Schulsozialarbeit als dauerhafte öffentliche Aufgabe anerkannt und verlässlich finanziert wird.